Die Geschichte des Igels

Zur Mäusejagd wurden Igel unter anderem in der Antike als Haustier gehalten.

In der mittelalterlichen Literatur und Kunst wurden sie als schlau, durchtrieben und dämonisch beschrieben. Während dieser Zeit entstand durch Physiologus der Mythos, Igel würden auf Rebstöcke klettern, Trauben pflücken und diese zu Boden werfen, um sie dann rücklings mit ihren Stacheln aufzunehmen und zu ihrem Bau tragen. Hierdurch wurde der Igel dem Teufel gleichgesetzt, da der Weinberg für den Garten des Herrn stand und somit der Ort des Glaubens war.

Auch wurde den Igeln nachgesagt, sie würden die Eier von Hühnern und Tauben ausschlürfen und aus Kuheutern trinken.

Konrad v. Megenberg behauptete, die Igelin läge beim Geschlechtsverkehr auf dem Rücken – so wäre es “gemachsamer”. Auch war er es der schrieb: “Der asch der gebrant wird von ainem igel und gemischt mit zerlazen pech oder harz, bringt ir har wider auf den haupt.” So wurden in der mittelalterlichen Volksmedizin auch Körperteile des Igels verwendet:

  • Ein Trank aus Wasser und getrocknetem Igelblut gegen Nieren- und Blasensteine
  • Gichtkranke Glieder mit Igelfett einreiben
  • Igelfleisch zur Stärkung des Magens
  • getrocknete Innereien des Igels als Pulver essen und der Mensch müsse pinkeln
  • und laut “Kochbuch des Meister Eberhard” war der Igel gut für “ausseczigenn menschenn”, also Leprakranke

Als Mahlzeit wurde der Igel gebraten und gefüllt auf den Tisch gebracht. Wollte er sich zum Kochen nicht ausrollen, empfiehlt ein französisches Kochbuch aus dem 14. Jahrhundert, den Igel in kochendes Wasser zu legen: er strecke sich dann.

Trotz all der Bejagung und des Aberglaubens war der Igel hier nicht vom Aussterben bedroht.

Quelle:

https://www.mittelalter-lexikon.de/wiki/Igel

https://www.pirsch.de/jagdwissen/brauchtum/igel-drossel-adler-katze-was-wir-alles-gegessen-haben-37660

https://de.wikipedia.org/wiki/Igel