Winterschlaf und Überwinterung

Wissenswertes über den Winterschlaf des Igels

Denken wir Menschen an Winterschlaf, überkommt uns oft die Sehnsucht nach –

Doch – wir sind Menschen und der Igel ist ein Igel  – hier gibt es keine Romantik …

– werden die Tage kürzer( und die Nächte länger), sinken die Temperaturen und geht das Nahrungsangebot immer mehr zurück wird es für den Igel Zeit und er bereitet sich auf seinen Winterschlaf vor.

Männchen gehen in der Regel als erstes schlafen, etwas später die Weibchen und oft erst im Dezember folgen ihnen die Jungigel.

–> doch das ist gar nicht so einfach, denn

  • er muss sich seinen Winterspeck sehr mühsam erarbeiten und scheitert dabei nur allzu oft, weil er nicht genug Nahrung findet  –   denn als Jungigel benötigt er mindestens 600g und als älterer Igel ca 1 kg Körpergewicht um sorglos in den Winterschlaf gehen zu können.
  • er schläft nicht nur, um sich zu erholen, sondern in erster Linie auch um den Nahrungsmangel im Winter zu überbrücken,
  • er baut  sich dazu ein kugeliges, schön ausgepolstertes Nest aus Blättern, Gräsern und mittlerweile auch allzu oft aus Plastik, häufig an den unmöglichsten Stellen –> z.B. unter einer Folie, unter einem Grill oder in Garagen, und ist dort allen möglichen Gefahren ausgeliefert –>
  • er wacht auf, wenn die Temperaturen steigen und die Tage länger werden  – egal ob es regnet oder stürmt . Der Aufwachvorgang dauert dabei in etwa 5 bis 12 Stunden und wird von einem Zittern begleitet. Durch die Muskeln wird Wärme produziert und die Körpererwärmung unterstützt. ​
  • ist ca. 30 % leichter als vorher, was für viele Igel eine echte Gefahr darstellt, da sie das erforderliche Einschlafgewicht schon nicht erreicht hatten und nun mager und viel zu leicht auf Futtersuche gehen müssen.

Ob der Igel nur wirklich erholt und ausgeschlafen ist? – Eher nicht – es gibt Winterschläfer die sich nach dieser Phase erst einmal schlafen legen.

Der Winterschlaf ( wissenschaftlich : Torpor) ist auch kein normaler Schlaf, denn alle Körperfunktionen werden auf ein Mindestmaß reduziert – es geschieht sozusagen ein kleines Wunder:

Igelnest im Boden versteckt.
  • das Herz des Igels schlägt nur noch  8-20 mal pro Minute (sonst 180-250 mal)
  • seine Körpertemperatur sinkt auf etwa 5-8° C (sonst 36 °C)
  • die Atemfrequenz sinkt auf 3-4 Atemzüge pro Minute (sonst 40-50 mal)
  • er hat sich zum Schutz vor Fressfeinden fest zu einer kleinen Stachel-Festung zusammengerollt, der Kopf und die Beine sind vollständig in der Stachelkugel verschwunden.
  • Das einzige Lebenszeichen ist ein leichtes Bewegen der Stacheln, wenn man diese berührt, alle anderen Sinne sind fast komplett abgeschaltet.
  • Igel wachen ungefähr alle zehn Tage aus dem Torporzustand auf. Dann werden alle körpereigenen Prozesse wieder hochgefahren und Körpertemperatur, Stoffwechsel und Herzschlag laufen wieder auf normalem Niveau. Diese Aufwärmphasen kosten die Tiere enorm viel Energie – ihre mühselig im Sommer angefutterten Fettpolster schmelzen dahin. „Die Gründe für die Aufwärmphasen bei Winterschläfern sind nach wie vor unbekannt. Denkbar ist, dass sie die Immunabwehr aktivieren, die Organe regenerieren, Stoffwechselgifte ausscheiden oder Schlaf nachholen“, sagt Lisa Warnecke.( Buch: Das Geheimnis der Winterschläfer, Verlag C.H. Beck)

So kann unser Braunbrustigel 4-6 Monate überleben, ohne Nahrung aufzunehmen

–> Von November bis oft noch in den Mai hinein – je nach Igel und Witterung.

Allerdings erleben von den in einem Jahr geborenen Jungtieren nur etwa 25% das nächste Frühjahr

So birgt der Winterschlaf Schutz und Gefahr zu gleich, aber ohne ihn wäre ein Überleben in der freien Natur in unseren Breitengraden nicht möglich.